Naturheilverfahren
In früheren Jahrhunderten war jedes Heilverfahren ein sogenanntes Naturheilverfahren. Schließlich baut die heutige Medizin auf der Pflanzenheilkunde und anderen natürlichen Heilmethoden auf. Im antiken Verständnis von Heilung war die Natur diejenige Kraft, die den Patienten heilte, der Arzt war nur ausführender Behandler: Medicus curat, natura sanat. Daher gab es auch bis zum 19. Jahrhundert gar keine Trennung zwischen der sich immer mehr entwickelnden wissenschaftlichen Medizin und den Naturheilverfahren. Das Wissen um die Naturheilkunde gehörte Jahrhunderte lange zum Grundgerüst der Arbeit eines jeden Mediziners. Es war auch sehr lange Zeit die sichere Basis, wenn neuere Heilansätze versagten. Dies alles ist in der heutigen Diskussion um Naturheilverfahren leider ziemlich in Vergessenheit geraten.
Ein ganzheitlicher Ansatz ist typisch für die meisten Naturheil- oder Alternativheilverfahren. Es wird davon ausgegangen, dass der gesunde Körper sich in einem harmonischen Gleichgewicht befindet und dass dieses beim erkrankten Körper aus dem Lot geraten ist. Naturheilverfahren können oft gestörte Harmonien im gesamten Organismus wieder herstellen.
Heute zählen zur "klassischen" Naturheilkunde z.B. auch das Heilfasten, therapeutische Wasseranwendungen (Balneotherapie), spezielle Diäten, Bewegungstherapien oder die Phytotherapie (Einsatz von Pflanzenwirkstoffen). Diese Therapien werden von der wissenschaftlichen Medizin akzeptiert und verordnet.
Es gibt uralte längst bewährte Naturheilverfahren, die in unserer westlichen Welt immer noch einen schweren Stand haben. Dazu gehört z.B. die Traditionelle Chinesische Medizin oder die indische Ayurvedische Medizin. Beide können schon seit Jahrtausenden auf spektakuläre Heilerfolge zurückblicken, werden aber aufgrund mangelnder wissenschaftlicher Beweise von der westlichen Schulmedizin immer noch wie Stiefkinder behandelt.
Ähnlich schwer haben es auch andere alternative Heilverfahren wie die Homöopathie, die Neuraltherapie und elektromagnetische Therapien wie die Magnetfeldtherapie, die Elektroakupunktur oder die Bioresonanz-Therapie. Ihre Wirkung und Funktionsweisen lassen sich nicht so leicht messen und nachweisen wie die schulmedizinischen Methoden, bei denen vieles beispielsweise über Messwerte im Blut oder Röntgenaufnahmen und Ultraschall nachgewiesen werden kann. Ein beschwerdefreier Patient nach einer erfolgreichen Therapie ist leider nicht Beweis genug.
Bei den "klassischen" Naturheilverfahren werden ganz allgemein natürliche Substanzen, Faktoren, Prozesse und positive Lebensbedingungen therapeutisch angewandt. Dies umfasst hauptsächlich die Bereiche Licht, Wasser, Luft, Bewegung, Ernährung, Heilpflanzen sowie Heilkräuter, organische Stoffe und Mineralien.